Ein Urlaubstag als Feiertag

von 28.02.2019Liste Niederösterreich0 Kommentare

Bild: Flickr / BMI - Karl Schober Lizenz: CC BY-ND 2.0 Vorstellung der Regierung im Parlament

Die Regierungsklamotte zum Karfreitag – da hilft auch „Message Control“ nicht mehr.

Zuerst hat es geheißen, dass alle bessergestellt werden und niemand verliert. Herausgekommen ist der Feiertag für (fast) alle – ab 14 Uhr. Protestanten und Altkatholiken hatten ihren Feiertag verloren, Handelsangestellte blieben draußen.

Bevor diese „Lösung“ im Parlament beschlossen werden konnte, musste sie wegen allgemeiner Kritik und vieler offener Fragen zurückgezogen werden. Ein neuer Vorschlag wurde nun als arbeitnehmerfreundlich und gerecht angepriesen. Davor war allerdings ein wenig Interpretationsarbeit zu leisten: Der „halbe Feiertag“ musste dem „persönlichen Feiertag“ weichen. Soll heißen, dass jedem für die Ausübung seiner religiösen/ideellen Bedürfnisse auf schriftlichen Antrag ein Tag zugestanden werden muss. Dafür ist ein Urlaubstag zu opfern.

Abgesehen von dem offensichtlichen Etikettenschwindel (ein Urlaubstag ist eben kein Feiertag), ist dieser Vorschlag ebenso wenig ausgegoren, wie es der erste war: Was passiert zum Beispiel, wenn sich alle Arbeitnehmer einer Firma zu einem gemeinsamen „persönlichen Feiertag“ verabreden? Übrig bleibt: Manchmal sind es die praktischen Fragen des Alltags, an denen sich Substanz und Qualität des politischen Personals am besten zeigen.

P. S. Der „noble“ Auftritt der Frau Sozialministerin gestern im Parlament kann zur Beurteilung der Regierungsmannschaft auch noch einiges beitragen.

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